Alle Orte, die der Film zeigt, kommen in den realen Geschichten der Frauen vor. Sie erzählen von Wirklichkeiten, die geschehen sind und die an den Orten, die gezeigt werden, geschehen hätten sein können. Indem das Dokumentarische, das Konstruierte, das Narrative sich ständig gegenseitig unterlaufen, entsteht der Effekt einer doppelten Verfremdung, die jegliche Identifikation mit den ProtagonistInnen verweigert. Damit arbeitet der Film die Momente der Verstrickung des Alltäglichen mit den Geschichten des Frauenhandels heraus.

In seiner paradoxen Gegenüberstellung und Infragestellung der scheinbaren Selbstverständlichkeit von Regel und Ausnahme bedient sich der Film auch der Stilmittel des Horrorfilms. Der Alltag wird zur idyllischen Normalität stilisiert, die von etwas unheimlichen unterbrochen wird. Eine Grenzstation, ein Friedhof, die Villa einer Konsulin, Taxifahrten durch Wien... Die Figuren sind wie „besessen“ von den anderen Geschichten. Doch das Grauen und das Unheimliche, das in den Alltag hereinbricht, ist nichts anderes als die Realität. Die Realität, die aus dem heimlichen ihrer ebenso gesellschaftlichen wie alltäglichen Unsichtbarkeit entrissen wird. Es ist die Realität der Geschichten von Frauen, die mit Frauenhandel konfrontiert sind, die sich damit abfinden, einen Weg suchen und sich wehren.

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